Tommi & Lella

 


Es gibt sicherlich unendlich viele Dinge, die man mit seiner Zeit und seinem Leben anfangen kann. Vor Jahren hatte ich die Idee, den immer gleichen Trott des Alltags durch eine längere Rucksackreise zu unterbrechen - um Neues zu erleben, vielleicht also auch neue Inspiration zu erlangen, um danach einmal wieder etwas Anderes anzufangen.

Also galt es, sich gedanklich von dem Alltagsleben zu entfernen. Kurz bevor es losgehen sollte, haben wir uns nach sechsjähriger gemeinsamer Tätigkeit dann näher kennengelernt und wir waren glücklicherweise beide gleicher Ansicht. Nur das mit dem Rucksack galt es noch einmal zu überdenken. So dachten wir fortan an einen Landrover als Fortbewegungsmittel und als neues Zuhause für die Zeit der Reise. Aus dem Landy wurde im Laufe der Zeit dann doch ein allradtauglicher LKW aus Bundeswehrbeständen, den wir über ein Jahr lang peut à peut zu unserem neuen Zuhause um- und ausgebaut haben. 

Sicherlich wäre es einfacher gewesen, ein zurückgekehrtes Reisemobil zu übernehmen. Jedoch haben wir uns für die schwierigere und arbeitsintensivere Variante entschieden. So fanden wir Anfang 2007 auf einem Abstellplatz der Bundeswehr einen gut getarnten Mercedes und entschlossen uns, ihm als Tesomobil ein zweites, neues und ungetarntes Leben einzuhauchen und es uns innen gemütlich zu machen.

Keiner von uns hätte gedacht, dass es so viel Arbeit werden würde. Und ohne tatkräftige Hilfe wäre dies auch nicht möglich gewesen. Wohl dem, der einen Vollbluthandwerker in seiner Familie hat, der neben all dem Geschick genauso viel Zeit zur Verfügung hat, wie man selbst. Vielen Dank, Andi!

Nun soll es losgehen mit dem Sammeln neuer Eindrücke und dem Genuss des Unbekannten. Natürlich haben wir eine grobe Vorstellung über Richtung und Route der Reise. Wolang uns unsere Wege dennoch letztlich führen werden, das werden wir sehen.

Grob haben wir geplant, uns nach Familienbesuchen in Kanada einen möglichst schönen Weg durch dieses große Land zu suchen, bevor wir uns auf den Weg entlang der Westküste der Vereinigten Staaten durch Mittel- nach Südamerika machen möchten, um letztlich unsere vor Jahren gekauften Tangoschuhe in Buenos Aires wieder von dem  Nagel herunterzuholen, an dem sie schon viel zu lange hängen.


Wir freuen uns schon besonders darauf, viele Menschen zu treffen. Ob sie nun da wohnen, wo wir passieren, oder ebenfalls auf Reisen sind. So werden wir die nächste Zeit mit für uns sinnvollen Dingen, dem Sammeln von Eindrücken, dem Kennenlernen neuer Menschen und dem Erleben anderer Kulturen verbringen, bevor wir uns wieder irgendwo niederlassen, um gemeinsam in das nächste Drittel unseres Lebens zu starten. 

Wir werden erst einmal unseren Familien Tschüss sagen und den lieben Freunden hier in Deutschland, die wir versuchen, über diese Seite hin und wieder über unser Treiben zu informieren und fliegen unserem Tesomobil hinterher nach Kanada in der Hoffnung, es unversehrt im Hafen von Halifax wiederzusehen.